Anton von Bredow

Jewgenij

Daria Bayer

Jewgenij Paschukanis ist Rechtstheoretiker und Visionär der Sowjetunion. Aber auch ein moderner Faust, der sich statt der Magie der Ideologie verschrieben hat. Teil jener Kraft, die meint, das Gute zu wollen und dabei das Böse schafft. Ein politisches Opfer stalinistischer Säuberungen – liquidiert, vergessen und verbannt. Verbannt in eine Zelle, aus der heraus er ständig Jahrzehnte in aufeinanderfolgen- den Szenen wechselnd sein Leben rekapituliert. Weil in dieser Zeit, nicht zuletzt für die Kirche, Ideologien verratender Opportunismus
gern lebensverlängernd wirkte, steht seine Zelle neben einer Kathedrale. Deren Fundamente aber auch etwas durchlässig sind.
Gern - wie auch im Falle Jewgenijs - imaginierte man sich als hauptsächlich am Schreibtisch tätiger Intellektueller in die Situation des an der vordersten Front für seine Werte Kämpfender. Und übersieht dabei gern wirklich dort Kämpfende, wie zum Beispiel die eigene Tochter, die auch dort stirbt und fortan im Stück als Erscheinung auf der Drehbühne unermüdlich ins Gewissen reinfährt.
Jewgenij Paschukanis ist Rechtstheoretiker und Visionär der Sowjetunion. Aber auch ein moderner Faust, der sich statt der Magie der Ideologie verschrieben hat. Teil jener Kraft, die meint, das Gute zu wollen und dabei das Böse schafft. Ein politisches Opfer stalinistischer Säuberungen – liquidiert, vergessen und verbannt. Verbannt in eine Zelle, aus der heraus er ständig Jahrzehnte in aufeinanderfolgen- den Szenen wechselnd sein Leben rekapituliert. Weil in dieser Zeit, nicht zuletzt für die Kirche, Ideologien verratender Opportunismus gern lebensverlängernd wirkte, steht seine Zelle neben einer Kathedrale. Deren Fundamente aber auch etwas durchlässig sind.
Gern - wie auch im Falle Jewgenijs - imaginierte man sich als hauptsächlich am Schreibtisch tätiger Intellektueller in die Situation des an der vordersten Front für seine Werte Kämpfender. Und übersieht dabei gern wirklich dort Kämpfende, wie zum Beispiel die eigene Tochter, die auch dort stirbt und fortan im Stück als Erscheinung auf der Drehbühne unermüdlich ins Gewissen reinfährt.
Fotos: Sanna Huber
Buehnenbild

Sprechwerk Hamburg, Spielzeit 18/19

Regie

Daria Bayer & Philipp Eschenhagen

Kostüm

Lili Avar